Nachdem sich letztes Mal der Fernsehbeitrag von Klaus ja leider verschoben hat, wird es heute (Mittwoch) 19:30Uhr (in Schleswig-Holstein) im NDR und morgen (Donnerstag) 10:30Uhr (fuer alle) hoffentlich soweit sein. Druecken wir Klaus die Daumen, dass sein erster komplett selbst gedrehter Beitrag ausgestrahlt wird.
Taiwan-Programmtipp, zweiter Versuch
Impressionen von Neihus Bergen
Neihu ist ein Bezirk von Taipei. Neben den Hauptquartieren vieler IT-Firmen von Weltrang finden sich hier auch idyllische Berglandschaften. Bisher sind diese am besten mit dem Auto zu erreichen, aber bald wird auch eine U-Bahn-Linie aus der Innenstadt nach Neihu fuehren.
Bei einem Wochenendausflug bei dem derzeit tollen Wetter konnte ich ein paar Impressionen der Landschaft mit der Kamera einfangen. Vor allem der Blick auf Taipei ist wunderschoen.





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Taiwan-Programmtipp
Klaus ist Journalist, hat Taiwan während einiger Aufenthalte auf der Insel kennengelernt und wird sich demnächst für längere Zeit in Taipei niederlassen. Wen diese Information kaltlässt, dem sei sein sehr lesenswerter Blog zur Sichtung empfohlen. Aktuell wird bald sein erster selbst gedrehter Fernsehbeitrag in Deutschland ausgestrahlt, und zwar am Montag, dem 16.03.2009, zwischen 19:30 und 20 Uhr im “Schleswig-Holstein-Magazin” und am Dienstag, dem 17.03.2009, um 10 Uhr morgens (nähere Infos hier).
In dem Beitrag wird es um einen der deutschen Gastschüler gehen, der hier in Taiwan ein Auslandsjahr absolviert. Ich hoffe, da werden einige hübsche Bilder von Taipei zu sehen sein. Interessant ist auch sicher der Aufenthalt von Lennhart, ebenfalls Austauschschüler, der einen Teil seines Unterrichts mit taiwanesischen Erstklässlern bestreitet. In meiner Blogroll finden sich mit Lara und Leo zwei weitere deutsche Schüler, die beide in Taipei bei taiwanesischen Gastfamilien ein Jahr verbringen. Ein interessantes Thema – eine Aufnahme der oben genannten Sendung ist also empfehlenswert.
Update: Die Sendung hat sich leider etwas verschoben. Klaus wird uns sicher auf dem Laufenden halten.
Veröffentlicht in Persoenliches, Taiwan | Schlagworte: Fernsehen, Taipei, Taiwan
Der Videorekorder im Netz
Ich bin seit vielen Jahren kein großer Fernsehzuschauer mehr, aber gerade im Ausland vermisst man dann doch einige lieb gewonnene Sendungen. In meinem Fall ist es die gute, alte Sportschau, die mir jeden Samstag in Deutschland das Geschehen der Bundesliga flott zusammengefasst hat. Es gibt im Internet so einige Angebote, Fernsehen über das Netz auf den Monitor zu bringen, allerdings variiert die Qualität und Vertrauenswürdigkeit sehr stark. Unübersichtliche Bezahlmodelle, IP-Sperren für Nutzer außerhalb Deutschlands oder so langsame Server, dass man nur jedes zehnte Bild der Übertragung sieht, vermiesen den Fernsehspaß.

Der Online TV Recorder geht da seinen eigenen Weg. Jede Sendung, die man sehen möchte, muss vorher zur Aufnahme angemeldet werden. Dafür steht die volle Auswahl der frei empfänglichen TV-Sender zur Verfügung. Nach der Ausstrahlung der Sendung in Deutschland vergehen dann einige Stunden, bis man dann die gewünschte Sendung herunterladen kann. Diese ist allerdings verschlüsselt und muss mit Hilfe einer Software, die für alle gängigen Betriebssysteme zur Verfügung steht, entschlüsselt werden. Damit wird sichergestellt, dass man das Material auch wirklich vorher zur Aufnahme angemeldet hat.
Das ganze Vorgehen klingt etwas umständlich, aber mit etwas Routine kommt man mit der Prozedur gut zurecht. Alles funktioniert sehr zuverlässig und auch die Qualität der Videos hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Mittlerweile sieht das Bild auf meinem großen 24-Zoll-Monitor wirklich gut aus und wird im Fall der Sportschau sogar im Originalformat 16:9 bereitgestellt. Einzig mit dem Ton habe ich ab und zu Probleme, dann springt er oder ist nicht synchron zum Bild.
Der Nachteil der wachsenden Bildqualität sind die wachsenden Datenmengen der Videodateien. So muss für eine etwa einstündige Sendung erstmal eine Datei von über einem Gigabyte heruntergeladen werden. Eine schnelle Internetverbindung ist da zu empfehlen. Die Downloadgeschwindigkeit ist von Taiwan aus auch sehr zeitabhängig. Während man am Morgen (in Deutschland tief in der Nacht) seine volle Internet-Bandbreite ausnutzen kann, können Versuche, Dateien am Abend herunterzuladen, teilweise mit Downloadraten im einstelligen Kilobyte-Bereich belohnt werden. In Taiwan fängt also der frühe Vogel den Wurm.
Nun kommt natürlich die Frage auf, wie sich dieses Angebot finanziert. Zum einen kann mit den Anbieter mit kleinen Beiträgen unterstützen und erhält somit ein für das wenige Geld ein großes Kontingent an Downloads. Alternativ kann man aber auch mit Klicks auf die Werbeschaltflächen auf der Webseite des Anbieters Punkte sammeln und das Angebot somit kostenlos nutzen. Ich habe bisher mit beiden Methoden keinerlei Probleme gehabt. Eine Anmeldung per Email ist aber auf jeden Fall notwendig. Alles in allem ist der Online TV Recorder ein klasse Service und vor allem im fernen Ausland eine feine Sache, um bestimmte Sendungen weiterhin verfolgen zu können.
Ein weiterer, sehr empfehlenswerter Erfahrungsbericht samt Beispielbildern der hohen Bildqualität findet sich in Sutter Cains (Film-)Blog.
Dunkle Wolken und Geldregen
Taiwan ist hochgradig vom Export abhängig. Der Binnenmarkt ist zu klein, um allein davon zu leben. Die Wirtschaftskrise hat auch Taiwan erreicht. Durch die enge Verzahnung der meisten großen taiwanesischen Unternehmen mit China als Werkhalle fallen zwar die Arbeitsplatzverluste im Vergleich zum großen Nachbarn bisher moderat aus, dennoch ist die wirtschaftliche Krisenstimmung überall zu spüren.

Bereits im Januar hat die taiwanesische Regierung Konsumgutscheine im Wert von 3600 Taiwan-Dollar (umgerechnet etwa 82 EUR) an jeden taiwanesischen Bürger ausgegeben, um den schon seit letztem Jahr stockenden Konsum anzukurbeln. Der Effekt ist fraglich, man kann Geld aber auch weniger öffentlichkeitswirksam in riesigen Konjunkturpaketen für marode Unternehmen verbrennen. Zahlreiche Marketingaktionen mit zusätzlichen Preisnachlässen bei Benutzung der Konsumgutscheine haben zumindest in meinem Umkreis für eine hektische Betriebsamkeit und dem Erwerb deutlich höherwertiger Güter geführt.
Zahlreiche Unternehmen haben mittlerweile auch durchaus deutlich die Preise für Ihre Produkte gesenkt. So gibt es in allen taiwanesischen McDonalds-Filialen einen Nachlass von gut 20% auf alle Menüs, andere Imbissketten werten Ihre Angebote mit Gratis-Zugaben auf. KFC bietet an einem bestimmten Wochentag und zu einer bestimmten Zeit sogar Paaren einen Gratis-Burger an, wenn sich beide vor der Theke küssen. Eine Marketingaktion, die es sicher nicht nach Indien schafft.
Erfreulich sind auch die Preissenkungen bei Lebensmitteln. Nicht nur Obst und Gemüse entleeren den Geldbeutel deutlich weniger, sondern auch Milchartikel und Brot, die noch im letzten Jahr im Preis deutlich zugelegt hatten. Die Leute selbst nehmen diese Senkungen sehr erfreut zur Kenntnis. Während einer Taxifahrt lief im Radio sogar eine Sendung, die allein auf die derzeitigen Preissenkungen zugeschnitten war und am laufenden Band die gesenkten Preise runterratterte.
Trotz der Hiobsbotschaften von den Börsen und den düsteren Aussichten für die hier so wichtige IT-Industrie sehen die meisten Taiwanesen die Krise überraschend pragmatisch und verstehen sie sogar als Chance. So sind viele davon überzeugt, dass sie ihr mit Aktien verbranntes Geld durchaus kurzfristig mit Investitionen in die jetzt spottbilligen Firmenanteile auf Papier wieder zurückholen werden.
Der Arbeitsmarkt ist auch noch recht ruhig. Zwar gibt es vereinzelt Berichte über Firmenschließungen oder nichtgezahlte Gehälter, aber die meisten Unternehmen haben auch dieses Jahr üppige Jahresboni an ihre Mitarbeiter ausgezahlt. Leute, die meine Firma verlassen haben, fanden recht schnell eine mindestens gleichwertige Stelle. Auch für gut qualifizierte Ausländer gibt es nach wie vor passende Jobs.
Kritisch für Taiwan ist vor allem die Dauer der Krise. Die IT-Industrie profitiert doppelt von einer anziehenden Konjunktur, da dann sowohl Konsumenten als auch Firmen gleichermaßen in ihre Produkte investieren. Bleibt die Erholung aus, werden wohl so einige, auch größere Unternehmen auf der Strecke bleiben. Bisher hat es eher Unternehmen getroffen, die schon vor der Krise in Schwierigkeiten steckten. Derzeit sparen die Taiwanesen vor allem in den Fertigungsstätten in Festlandchina, aber irgendwann wird es im Fall der Fälle auch der Insel an die Substanz gehen.
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The Transporter I&II
Anspruchslose Actionstreifen gibt es wie Sand am Meer. Unterhaltsam sind dabei die wenigsten. Produzent Luc Besson, immerhin als Regisseur verantwortlich für den Meilenstein “Leon, der Profi”, hat mit “The Transporter” eine Filmtrilogie aus der Taufe gehoben, die genau diese beiden Attribute vereint: anspruchslos, aber unterhaltsam.

Frank Martin, charmant gespielt von Jason Statham, stellt keine Fragen, was er mit seinem eleganten Audi transportieren soll. Die Größe der Fracht ist das einzig wichtige Kriterium. Seine Missionen erfüllt er streng nach Vorgaben – auch zum Frust seiner Auftraggeber. der französische Inspektor Tarconi ahnt zwar, dass die Tätigkeit des Amerikaners alles andere als gesetzestreu ist, empfindet aber trotzdem Sympathie für den gradlinigen Amerikaner. Als Frank Martin jedoch entdeckt, dass seine aktuelle Fracht eine junge chinesische Frau ist und auch die Auftraggeber sich nicht an die Abmachungen halten, läuft die Situation zunehmend aus dem Ruder. Im zweiten Teil verschlägt es den Helden nach Amerika. Auch hier wird er eher zufällig in die Machenschaften von gewaltbereiten Bösewichten verstrickt. Sein alter Freund Inspektor Tarconi ist ihm dabei als Teilzeit-Tourist bei der Beseitigung der Probleme behilflich.
Ambivalente Charaktere, überraschende Wendungen oder eine realistische Handlung – dies alles vermisst man bei den beiden ersten Teilen des Transporters überhaupt nicht. Die simplen Geschichten werden flott erzählt, die Action auf vier Rädern oder in Form von Handgreiflichkeiten ist packend und selbst ein leichter Hang zur Selbstironie ist nicht zu übersehen. Einzelne Actionszenen sind wirklich haarsträubend unrealistisch, aber das hält nicht davon ab, mit Frank Martin mitzufiebern. Die comichaften Gegner des Helden sind ordentlich gecastet und auch die restlichen Nebenrollen, allen voran Inspektor Tarconi, bereiten Vergnügen.
Im Gegensatz zu vielen Anderen finde ich “The Transporter II” einen Tacken unterhaltsamer, vielleicht weil mir die glattere Inszenierung und das sichtbar höhere Budget gefallen haben. Im ersten Teil ist die Inszenierung teilweise etwas unbeholfen, vor allem das Finale enttäuscht da etwas. Aber das ist Haarspalterei. Wer sein Gehirn nach Feierabend schonend mit Action versorgen möchte, dem sei “The Transporter” I&II ans Herz gelegt. Wer sein Gehirn angeschaltet lassen möchte, sollte allerdings vielleicht lieber mal wieder dem Profikiller Leon über die Schulter schauen.
Digitaler Zettelkasten
Eigentlich sollte ein PC dabei helfen, Ordnung in Informationen zu bringen. Mit riesigem Speicher, unzähligen Möglichkeiten Daten zu sortieren und komfortablen Suchfunktionen sollte man doch jedem Datenchaos Herr werden.
Die Realität sieht leider anders aus. Das liegt zum einen natürlich an der persönlichen Faulheit Daten ordentlich irgendwo einzupflegen, aber auch an der großen Bandbreite an überkomplexen und fummeligen Datenbanken, die den Nutzer zwar mit Funktionen erschlägt, aber meist viel Einarbeitungszeit benötigt, oder unflexible Spezialisten, die sich zwar hervorragend z.B. für die DVD-Sammlung eignen, aber bei allen anderen Themen versagen. Was also tun, um überschaubare Mengen an Informationen möglichst flott und komfortabel zu verwalten?

Für mich hat sich die kleine, aber feine Software “Cuecards” als eine klasse Lösung herausgestellt. Flink erstellt man damit eine Hierarchie nach seinen Vorstellungen, fügt die Informationen jedem Eintrag hinzu und kann, bei Bedarf, auch Dateien jeder Art als Anhang zu jedem Eintrag hinzufügen. Als Wissensspeicher, kleine Kundendatenbank oder auch eine Sammlung der besten Sprüche – Cuecards ist flexibel. Die Suchfunktion ist funktionell und auch die an Outlook angelehnte Optik macht das Arbeiten angenehm.
Ein paar Funktionen vermisse ich. So wäre es schön, wenn man für neue Karteikarten Formatvorlagen erstellen könnte oder Kopieren&Einfügen auch in den Karten- und Ordnernamen funktionieren würden. Und eine echte Mac-Version wäre auch etwas Feines.
Cuecards erfüllt seinen Zweck als digitaler Zettelkasten dennoch perfekt. Die Datenbank wird als kompakte, mit Microsoft Access kompatible Datei gespeichert und kann somit problemlos per Passwort geschützt auch verschickt werden. Das Schönste: Cuecards gibt es als Freeware-Version, die für Privatpersonen völlig ausreicht. Unternehmen geben 40 Euro aus und erhalten dafür eine etwas schickere Version mit für Firmen wichtigen Funktionen wie dem gleichzeitigen Zugriff mehrerer Personen im Netzwerk. Eines nimmt einem das Programm trotz allem nicht ab: das Einpflegen von Daten ist nach wie vor mühsam. Das nützliche Ergebnis entschädigt jedoch für diese Qual.
This Boy’s Life
Leonardo DiCaprio hat trotz seines Alters von gerademal 34 Jahren eine erstaunliche Karriere hinter sich. Vom jungen Schauspielwunder zum Teenie-Star und wieder zurück zum ernstzunehmenden Charakterdarsteller. Er hat sich in seinen bisherigen Rollen erstaunlich wenige Fehltritte geleistet, die meisten Werke, in denen er mitgewirkt hat, sind mindestens sehenswert. Nach ein paar wenig bemerkenswerten Auftritten im TV und in Horrorfilmen ist “This Boy’s Life” der erste Meilenstein in der Karriere DiCaprios.

Basierend auf den Memoiren des US-Literaturprofessors Tobias Wolff erzählt der Film die Geschichte des rebellischen Teenagers Toby (DiCaprio) in den 50er Jahren. Als die alleinstehende Mutter (Ellen Barkin) die Heirat mit dem erzkonservativen Dwight (Robert DeNiro) als letzte Chance sieht, ihren Sohn auf die rechte Bahn zu bringen, kommt es zwischen dem despotischen Witwer und Familienvater und Toby zu einem sich zuspitzenden Konflikt.
Die Grundkonstellation kann tragischer kaum sein. Aus Liebe zu ihrem Sohn geht die Mutter mit dem Tyrannen eine Beziehung ein, aus Liebe zu seiner Mutter erträgt er anfänglich die zunehmend gewalttätigeren Übergriffe des Stiefvaters. Dazu kommt, dass beide zu Beginn die Gefühle ihres Gegenübers völlig falsch interpretieren und als Zufriedenheit mit der neuen Situation werten. Erst zu spät erkennen beide, dass sie sich in der Falle befinden. Während der Sohn dagegen anrudert, findet die Mutter keine Kraft, sich aus dieser Situation wieder zu befreien.
Auch wenn Ellen Barkin eine gute Leistung abliefert, ist “This Boys Life” eindeutig auf das Duell zwischen DiCaprio und DeNiro zugeschnitten. Beide liefern Höchstleistungen ab. Der Altstar fasziniert mit seiner abgrundtief unsympathischen, aber nicht eindimensionalen Darstellung eines egoistischen Mannes, der den Willen anderer brechen will und den das Glück anderer Menschen anekelt. Der Jungstar balanciert zwischen Hoffnung und Verzweiflung und zeigt den Sympathieträger des Films als Charakter mit Fehlern und Schwächen, der dagegen ankämpft, das Spiegelbild seines Stiefvaters zu werden.
“This Boy’s Life” ist ein moderner Klassiker des Familiendramas, der in den zwei Stunden seiner Laufzeit nicht nur das Lebensgefühl der 50er Jahre in den USA einfängt, sondern mit seiner dichten Atmosphäre und den tiefen Charakteren eine universelle Geschichte von freiem Willen und Selbstbestimmung erzählt. Der zu unrecht etwas untergegangene Film ist absolut sehenswert.
Gesundheit in Taiwan
Aus Anlass einer langsam wieder abklingenden heftigen Erkältung hier ein paar ungeordnete Gedanken zum Thema Krankheit und Gesundheitssystem in Taiwan.
Taiwan ist manchmal hart zu seinen Arbeitnehmern. Dies gilt nicht nur für die langen Arbeitszeiten und einstelligen Urlaubstage pro Jahr, sondern auch für den Krankheitsfall. So wird bei kleineren Firmen bei Abwesenheit wegen Krankheit schon von Tag 1 an entweder ein Urlaubstag gestrichen oder 50% des Grundgehalts. Ab Tag 2 bleibt nur noch Option 1 übrig bzw. unbezahlter Urlaub. Einige größere Firmen bieten Mitarbeitern einen Tag pro Monat, um krank zu sein, ohne um Einbußen zu fürchten. Allerdings ist das keine allgemeine Vorschrift.

Die Krankenversicherung ist dagegen gegenüber Deutschland erfreulich günstig. Bei einem üblichen Einstiegsgehalt bezahlt man umgerechnet rund 50 Euro in eine Einheitskrankenkasse ein. Bei Arztbesuchen muss man in der Regel weitere Gebühren zahlen, die allerdings meist auch nicht den Rahmen der Praxisgebühr in Deutschland sprengen. Allgemein macht die Gesundheitsversorgung in Taipei bisher einen guten Eindruck auf mich. Es gibt viele Krankenhäuser, die alle recht gut ausgestattet sind. Die Mitarbeiter sind nach meiner Beobachtung nicht nur zu Ausländern freundlich. Der einzige Wermutstropfen sind die zum Teil heftigen Wartezeiten (man zieht eine Nummer), die man mit einer Extragebühr aber umgehen kann. Alles läuft recht unkompliziert ab und das Zusammenspiel zwischen den Abteilungen (z.B. bei Injektionen oder Blutabnahme) waren bisher stets reibungslos.
Bei den zahlreichen in Taipei verteilten Zahnkliniken kann man zwar im Schaufenster bei der Behandlung zuschauen, aber ansonsten ist die Privatsphäre des Patienten besser gewährleistet als in China, wo ich auch schon mal unfreiwillig Zeuge bei eher unangenehmen Behandlungen in dortigen Kliniken war. Apotheken-ähnliche Geschäfte gibt es in Taipei an jeder Ecke, die grundlegenden Medikamente wie Kopfschmerztabletten oder Nasentropfen bekommt man auch in Läden von diversen Ketten, die rund um die Uhr geöffnet haben. Die Preise für westliche Medikamente sind teilweise recht happig, aber für viele gibt es lokalen, deutlich preiswerteren Ersatz.
Alles in allem hat man als Arbeitnehmer in Taiwan zwar gute Gründe nicht krank zu werden, falls es aber dann doch passiert, kann man guter Hoffnung auf eine problemlose Behandlung sein. Etwas gesundheitlich Ernsthaftes ist mir zwar in Taiwan bisher noch nicht widerfahren, aber die Erfahrungen im Bekanntenkreis geben auch keinen Grund für mehr Sorgen als in Deutschland. Krank sein in Taiwan ist also vor allem finanziell schmerzhaft.
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Chinesisch Neujahr steht bevor
Während Weihnachten in Taiwan eher ein Randthema bleibt, rüsten sich die Inselbewohner derzeit für das am Sonntag beginnende Chinesisch Neujahr, auch als Frühlingsfest bekannt. Familien treffen zusammen, es wird unheimlich viel gegessen, getrunken, geredet und gespielt. Letzteres in Form von Mahjongg und diversen Kartenspielen und auch knallhart um Geld. Geschenke gibt es natürlich auch, nahezu ausschließlich in Bargeldform, überreicht in roten Umschlägen. Hauptgewinner sind dabei meist die Kinder, aber auch ältere Eltern, die von Ihren erwachsenen Kindern dafür entschädigt werden, dass sie solange im gleichen Haushalt mietfrei gewohnt haben oder immer noch wohnen.

Die Geldgeschenke sind eine Wissenschaft für sich. Einkommen, Alter des Schenkenden und Beschenkten, Verwandtschaftsgrad spielen eine große Rolle. Die Tradition, dass das gesammelte Geld der Kinder zu deren Leidwesen von den Eltern möglichst gleichwertig wieder unter den Kindern von Verwandten und Freunden verteilt wird, ist eher rückläufig. Früher waren die Geldgeschenke anscheinend mehr oder weniger ein kompliziertes Nullsummenspiel. Auch wenn man anfangs denken mag, dass Geldgeschenke unkomplizierter sind als unsere überwiegend gekauften Geschenke, scheint der “Handel” mit den roten Umschlägen ebenfalls eine Wissenschaft für sich zu sein.
Bisher habe ich nur einmal den wichtigsten Abend von Chinesisch Neujahr in einer chinesischen Familie erleben können. Das ist immerhin schon 8 Jahre her, in Hangzhou. Damals wurde ich von einer Bekannten dazu eingeladen. Neben unglaublich viel Essen, unglaublich viel Fernsehen und den von mir etwas verängstigten älteren Familienmitgliedern habe ich noch die Prozedur des Überreichens in Form der Umschläge gut in Erinnerung. Schon die Jüngsten bedankten sich überaus routiniert, um danach dezent das Geld zu zählen und zu vergleichen. Am Ende saßen die Beschenkten dann glücklich und zufrieden mit Ihrer Beute und diskutierten schon die zukünftigen Anschaffungen, bevor das Feuerwerk um Mitternacht alle Gespräche unmöglich machte. Das Feuerwerk war so heftig, dass bei der Rückfahrt mit dem Taxi zwei Stunden danach immer noch die Nebelscheinwerfer angemacht werden mussten, weil die gesamte Stadt in Rauch gehüllt war.
In Tapei geht man sicher etwas sparsamer mit dem Feuerwerk um, auch wenn Kinder und Jugendliche schon seit zwei Wochen mit dem Üben angefangen haben. Aufwändiges Essen und Knabbereien wird es aber auch hier in Hülle und Fülle geben. Die meisten Unternehmen, Büros und Behörden bleiben kommende Woche geschlossen, während sich die Läden häufig nur ein paar Stunden Auszeit nehmen, um den Konsumrausch in Folge der roten Umschläge ausnutzen zu können.
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