Verfasst von: huangdi | 8. Januar 2009

Ein kleiner Jahresrückblick – Teil 2: Spiele

2008 hat bei mir Schach ein kleines Revival erlebt, genauso wie Monopoly in einer Version mit Kreditkarten mit latent lästigem Lesegerät. Aber es soll im zweiten Teil des Jahresrückblicks nicht um Brettspiele, sondern um die digitale Variante des Spielvergnügens gehen. Neben einem knapp drei Jahre alten DS Lite, einer zweijährigen PS2 und einer kaum jüngeren PS3 hat sich Mitte letzten Jahres auch eine schmucke PSP in der Lite-Variante in meinen Fuhrpark geschmuggelt. Trotz dieser Vielfalt wird die Zeit zum Spielen irgendwie immer weniger, was dazu führt, dass man viele Spiele zwar anfängt, die Perspektive, diese irgendwann jedoch zu beenden, aber in weite Ferne rückt.

Spiele

Mac Mini inkl. Browserspiele

Huch, der ist eigentlich nicht zum Spielen gedacht. Trotzdem sei an dieser Stelle auf das Freeware-Strategiespiel „Battle for Wesnoth“ hingewiesen, dass es für alle möglichen Plattformen gibt. Wirklich feine Fantasy-Rundenstrategie mit einer Menge verfügbarer netter Kampagnen. Die Spielregeln sind recht einfach, aber das Aufleveln der Einheiten motiviert und das Programm wird sehr fleißig gepflegt. Viele Szenarien sind recht kurz, was für Zwischendurch auch mal eine kleine Schlacht innerhalb von 20 Minuten ermöglicht. Für die Mittagspause im Büro habe ich den Online-Fußballmanager „Hattrick“ für mich entdeckt. Zwar erreicht dieser bei weitem nicht die Optionsvielfalt seiner Offline-Vertreter, bietet dafür aber eine nette Community und die Befriedigung, Gegenspieler aus Fleisch und Blut mit seiner Mannschaft zu besiegen. Ebenfalls für eine „verlängerte“ Mittagspause geeignet ist das Online-Rollenspiel Das Schicksal von Nuya, das recht einsteigerfreundlich innerhalb des Browsers ein textbasiertes Fantasyabenteuer inszeniert. Oftmals recht witzig, manchmal überaus gemein, aber immer wieder für einige unterhaltsame Minuten am Tag gut.

Nintendo DS Lite

Aus der Spielelawine für dieses kleine Schmuckkästchen die richtigen herauszufischen, ist gar nicht so einfach. Besonders lange haben mich im letzten Jahr die beiden Knobelspiele „Picross“ und Puzzle Quest gefesselt, die beide ideale Spiele für Zwischendurch darstellen. Im Mehrspielermodus ist nach wie vor „Mario Kart DS“ unschlagbar. Wenn man sich nicht gerade mit abgezockten Vollprofis duelliert, bleiben die Rennen immer eng und durch die originellen Extras immer spannend. Auch grafisch ist dieser frühe Titel immer noch sehr fein. Einige Titel haben mich 2008 mit Stylus-Maleinlagen oder -Wischereien ziemlich genervt, darunter auch das durchaus vielversprechende Rollenspiel „The World Ends With You“. Ich hoffe allerdings, dass derartiges Spieldesign nicht bestimmend für Nintendos Verkaufsrenner wird.

PSP Slim

Mit Stylus-Spielereien hat die PSP mangels Touchscreen dankenswerterweise nichts am Hut. Die oft für ihren Spielemangel kritisierte portable Konsole hat sich seit dem Kauf sicher die meisten Spielestunden bei mir gekrallt. Schuld daran waren die beiden Strategie-Rollenspiele Jeanne D’Arc und „Final Fantasy Tactics: The War of the Lions“. Während ersteres einsteigerfreundlich, sehr flott und grafisch top auftritt und von mir auch flugs durchgespielt wurde, ist letzteres immer noch in der Mache. Ziemlich komplex, mit unglaublichem Umfang, aber auch etwas sehr konservativ im Spieldesign und vor allem technisch, abseits der atemberaubenden Zwischensequenzen, etwas angestaubt. Trotzdem will ich auch diesen Brocken irgendwann durchspielen. Gelungen ist mir das indes mit „Final Fantasy VII – Crisis Core“ einem flotten Actionrollenspiel, das in Sachen Präsentation sicher einzigartig auf dem Markt der Handheld-Spiele ist. Die Geschichte erzählt die Geschehnisse im Vorfeld des Klassikers „Final Fantasy VII“ und bietet lebendige, tiefe Charaktere, jede Menge Pathos und Melancholie, aber durchaus auch witzige Randnotizen. Das Kampfsystem ist etwas eintönig, aber das merkt man im Strudel der Ereignisse kaum.

Designmäßig ist die PSP in der 2000er-Fassung weniger klobig als das Ursprungsmodell und in Sachen Grafik und Sound dem DS in allen Belangen überlegen. Mal schauen, ob auch künftig weitere hochklassige Spiele für Sonys Wegbegleiter erscheinen.

PS2

Die PS2 als meistverkaufte Konsole ist sicher mindestens im Herbst ihres Lebenszyklus, bietet aber gerade für Rollenspielfreunde wie mich eine unbeschreiblich große Auswahl von japanischen Exemplaren dieses Genres. Längere Zeit gespielt habe ich das unkonventionelle „Persona 3“, indem man den Alltag eines Teenagers mit nächtlichen Touren in Dungeons kombiniert. Viele skurrile, originelle Ideen und ein durchaus stimmiges Spielkonzept haben mich lange in der Spielwelt gefangen gehalten, aber aufgrund von Zeitmangel habe ich dann irgendwann den Faden des recht komplexen Spiels verloren. Etwas weiter kam ich mit „Dragon Quest VIII“, einem sehr klassischen Vertreter des Rollenspielgenres. Die Geschichte bietet kaum Neues, ist aber liebevoll erzählt. Das rundenbasierte Kampfsystem motiviert nach wie vor, nur leider habe ich dann beim Endkampf zu oft die Segel gestreckt. Vielleicht hole ich ja noch irgendwann zum finalen Schlag aus. Enttäuscht hat mich dagegen etwas „Final Fantasy X“, nachdem ich den zwölften Teil 2007 mit viel Begeisterung durchgespielt habe. Im von Fans sehr geliebten zehnten Teil nervten mich allerdings in zunehmendem Maße die vielen Zufallskämpfe, die zum Ende hin auch noch ziemlich unfair, ja geradezu gemein wurden. Wenn ein Wald- und Wiesen-Gegner mit einem blöden Zauberspruch die gesamte Truppe hinwegfegt und der letzte Speicherpunkt recht weit entfernt liegt, geht dann auch bei mir die Motivation zum Weiterspielen irgendwann vollends flöten.

PS3

Auch das dritte Spielgerät aus dem Hause Sony wurde 2008 mit einigen Spielen gefüttert. Der Vorteil an den Spielen der sogenannten Next-Generation-Konsolen ist eine zwar immer spektakulärere Inszenierung, aber auch eine deutlich kürzere Spieldauer. Und das sehe ich wirklich positiv, da ein Spiel erst so richtig zufrieden im Regal gelegt werden kann, wenn es durchgespielt wurde. Schnell durch war ich mit „Ratchet & Clank: Tools of Destruction“ inkl. seines Addons Quest for Booty. Das Spielgefühl ist herrlich griffig und flott, der Humor, besonders im Hauptspiel, hinreißend. Dazu kommen einfallsreiche, aufrüstbare Waffen und ein angenehmer Schwierigkeitsgrad, der auch mich das Finale beider Spiele überstehen ließ. Ein absoluter Ausnahmetitel ist auch „Uncharted: Drakes Fortune“, ein Action-Abenteuer der besonders aufwändig inszenierten Art. Die Grafik ist umwerfend, das Spiel unglaublich unterhaltsam und die Geschichte hält zumindest mit Hollywood-B-Filmchen spielend mit. Auch hier zeigte sich der Schwierigkeitsgrad gnädig gegenüber mir. Etwas herausfordernder war dafür „Resistance: Fall of Man“, ein sehr klassischer 3d-Shooter. Grafisch wenig spektakulär, aber sehr sauber, dafür aber mit einem interessanten Hintergrund (ein alternativer Verlauf nach dem zweiten Weltkrieg, in Russland braut sich was zusammen) und wunderbaren Waffen. Auch zu zweit im Coop macht der historische Streifzug an einer PS3 unglaublich viel Spaß.

Ein zünftiges Fußballspiel darf natürlich auf einer Konsole nicht finden. Als ehemals begeisterter Pro Evolution Soccer-Spieler (Teil 5 und 6) ist 2008 für mich erstmals „Fifa 09“ besser. Zwar fehlt es  im Kandidaten von Electronic Arts immer noch etwas an Abwechslung im Spielgeschehen, dafür ist die Steuerung deutlich direkter als noch im Vorjahr. Die Grafik ist gelungen, die Atmosphäre durch das dicke Lizenzpaket gesichert. Fehlt nur noch ein regelmäßiger lokaler Mitspieler, denn zu zweit vorm TV macht ein Fußballspiel immer noch bei weitem am meisten Spaß. In Sachen Rennspiel enttäuschte mich „Gran Turismo 5 Prologue“ etwas mit seiner Sterilität, wobei die Grafik natürlich fantastisch ist. Genauso wenig hineingefuchst habe ich mich bisher in „GTA IV“, wofür mir einfach bisher die Zeit fehlte. Die Spielwelt ist beim ersten Anspielen natürlich fantastisch, auch das Spielgefühl aufgrund der stimmigen Geschichte nicht schlecht. Bisher konnte ich noch kein GTA durchspielen, mal schauen, ob es diesmal irgendwann was wird.

Persönlicher Rekord in Sachen kurzer Spielzeit 2008 war für mich „Call of Duty 4“. Die packende Inszenierung und die dichte Atmosphäre machen das eigentlich eintönige Spielprinzip schnell vergessen und der gelungene Multiplayer-Teil hat sogar mich für ein paar Ründchen ins Playstation Network gelockt. Das perfekte Spiel für Menschen mit nicht allzuviel Zeit. Zur gleichen Kategorie gehört für mich „Colin McRae: Dirt“, das immer wieder für einige Runden packend und grafisch sehr gefällig unterhält, aber leider auf der PS3 keine Rumble-Unterstützung bietet. Gerade die hügeligen Schotterpisten dieses Rennspiels wären dafür wie geschaffen. Hügelig ist es auch im fröhlich unterhaltsamen „Everybody’s Golf – World Tour“, das unglaublich liebevoll und spaßig den Rasensport Golf umsetzt. Ausgestattet mit Knuddelfiguren, Rollenspielelementen und einem ausgezeichneten Online-Modus versteht es der Sony-Titel sehr entspannt, aber zugleich auch ziemlich fordernd zu unterhalten.

Alles in allem war 2008 durchaus ein gelungenes Spielejahr. Als ehemaliger PC-Spieler genieße ich mittlerweile sehr das bequeme Spielen auf dem Sofa vorm Fernseher. Die Zeit zum Spielen wird 2009 aus allerlei Gründen sicher deutlich weniger, aber ich hoffe trotzdem, auch in diesem Jahr auf die eine oder andere unterhaltsame Stunde vor einer der Konsolen.

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