Verfasst von: huangdi | 25. Dezember 2008

You Don’t Mess with the Zohan

In der eher besinnlichen vorweihnachtlichen Zeit möchte man sich in filmischer Hinsicht natürlich gerne vor allzu aufwühlendem Material schützen. Irgendwie hat es dann aber doch ein geliehenes Exemplar der DVD „You Don’t Mess with the Zohan“ in das Laufwerk meiner PS3 geschafft, der die schier unendlich komplexe Materie des israelisch-palästinensischen Konflikts thematisiert. Durch das Gütesiegel „Adam Sandler“ auf der Packung konnte zumindest sichergestellt werden, dass auch Hollywood sich der Tragweite dieses filmischen Werks als potentiellen Lösungsansatz für den Nahost-Konflikt bewusst ist.

Die Geschichte erzählt von einem israelischen Geheimagenten, der sich innerlich zunehmend von seinem blutigen Tagesgeschäft distanziert, sich aber aus eigener Kraft kaum aus den Fängen des militärischen Apparates und dem Druck seiner erzkonservativen Eltern befreien kann. Innerlich zerrissen von seinem Traum, im freien Amerika seinem Wunschberuf des Friseurs nachzugehen, nutzt er die sich in einem waghalsigen Einsatz Gelegenheit seinen Tod vorzutäuschen und sich in das Land seiner Hoffnungen unbemerkt abzusetzen. Nach anfänglichen Rückschlägen und Ernüchterung, die ihm sein Traumland bietet, gelingt es dem ehemaligen Agenten ein bürgerliches Leben abseits von Zwängen und Gewalt zu beginnen. Doch schneller als ihm lieb ist holt ihn die Vergangenheit auch in Amerika ein.

zohan

Die zutiefst menschliche und bewegende Geschichte bietet Adam Sandler einen denkbar dankbaren Rahmen die Untiefen seines schauspielerischen Talents auszuloten. Die anfangs simple Handlung gewinnt zwar auch im Laufe des Films keinerlei Tiefe, dennoch sind die Bemühungen der Filmemacher, den israelisch-palästinensischen Konflikt mit Themen wie der Liebe zwischen zwei Religionen, dem Entfremden vom eigenen Elternhaus, ungezügeltem Sex und den Machenschaften der US-amerikanischen Immobilien-Mafia zu vermengen, in jeder der unglaublich lang erscheinenden Minuten des Films erkennbar. Unglaublich subtil werden die Gefühlslandschaften der beteiligten Konfliktparteien ausgelotet, unglaublich schlüssig die Motive der Helden und Gegenspieler seziert. Umso erstaunlicher sind auch die überraschend simplen Lösungsansätze, die der Film bietet und nutzt und welche umso größere Hoffnung auf deren Umsetzung in die Realität machen.

Wie bei jedem offenkundig politischen Film werden die Meinungen der Kritiker natürlich weit auseinander gehen. Manche werden den Film als unglaublich platt, infantil und vulgär bezeichnen, andere wiederum als vollkommen idiotisch, einige vielleicht sogar politisch unkorrekt als Nischenwerk für bildungsferne Schichten. Es wird Befürworter dieses Werkes viel Zeit kosten, schlüssige Argumente dagegen vorzubringen. Dennoch wird der kommerziell höchst erfolgreiche Film ein unvergesslicher Eintrag sowohl für das qualitativ breit streuende Werk von Adam Sandler als auch für des Buch des Lebens der Zuschauer sein.

IMDB

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Responses

  1. […] hielt es während der Laufzeit auf den Beinen. Anspruchslos, aber durchaus erheiternd. “Don’t Mess with the Zohan” sprengt dagegen jede Messlatte in Sachen Anspruchslosigkeit und den Geduldsfaden eines jeden […]


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