Verfasst von: huangdi | 9. Dezember 2008

August Rush

Ein kleines Film-Märchen in der Vorweihnachtszeit, reichlich angezuckert, preiswert produziert, ausgestattet mit einem Erinnerungswert von maximal 24 Tagen – davon gibt es jedes Jahr Exemplare im Zehnerpack. Umso schöner ist es, dass ab und zu auch Filme in der Sparte „Filme passend zu Weihnachten“ auftauchen, die zwar auch kitschig sind, aber gekonnt die Klaviatur der Gefühle beherrschen.

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Ein Waisenjunge mit unglaublichem musikalischem Talent gibt die Hoffnung nicht auf, mit Hilfe von Klängen und Musik seine ihm unbekannten Eltern zu finden. Die beiden Elternteile, die anfangs von ihrem Sohn nichts wissen (was auch tatsächlich halbwegs plausibel im Film erklärt wird), sind tatsächlich Musiker und so kreuzen sich die Wege früher oder später mehrfach.

Natürlich ist die Geschichte reichlich konstruiert, aber sie wird bevölkert von durchaus liebevollen Figuren mit nachvollziehbarer Motivation. Interessant ist z.B. die Figur von Robin Williams, die recht stark an den ambivalenten Fagin in „Oliver Twist“ angelegt ist und die eine Bande von jungen Straßenmusikanten sowohl führt als auch ausbeutet. Die Schauspieler füllen die Charaktere mit Leben aus, hervorzuheben sind dabei besonders der Titelheld Freddie Highmore und der melancholische Terence Howard als Beamter des Jugendamts.

Was den Film jedoch besonders aus der Masse hervorhebt, ist das Zusammenspiel von Bild und Musik. In vielen Sequenzen werden klassische Musik, Rockmusik oder einfach nur Geräusche des Alltags ineinandergemischt, mit passenden Szenen unterlegt, nach Rhythmus geschnitten. Dies alles wirkt nahezu nie aufgesetzt und spiegelt die musikalische Gabe von August Rush filmgerecht und originell wider. Die musikalische Lust erdrückt die Geschichte aber nicht, es ist bei weitem kein Musikfilm, aber ein Film, bei dem die Musik die Geschichte antreibt und die Gefühle anspricht.

Von meiner Seite bekommt der Film auf jeden Fall eine Empfehlung. In der heutigen Zeit vieler smarter, düster inszenierter Hightech-Spektakel wirkt „August Rush“ erfrischend anders. Vielleicht ist es auch die Portion Naivität, gepaart mit Optimismus, Kitsch und vielen glücklichen Zufällen, die diesen Film so liebenswert machen.

IMDB

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Responses

  1. na genau so ein Film gehört in die Weihnachtszeit! Die Adventszeit ist Kitsch pur, siehe den Weihnachtsmann mit seinen roten Mantel und den Glocken, dem weißen Bart, nicht annähert hab ich jemals so einen Menschen gesehen…..und Kitsch tut gut!
    Kommt dieser Film auch in Deutschland in die Kinos?
    Ich freu mich drauf!
    LG Bonafilia

  2. Der Film lief schon letztes Jahr in den Kinos und ist mittlerweile schon recht preiswert auf DVD zu haben (z.B. bei Amazon fuer derzeit EUR12,95).

    Deswegen muss der Weihnachtsfilm-Genuss also im Pantoffelkino stattfinden, was bei den frostigen Temperaturen derzeit in Deutschland sicher auch nicht so schlimm ist.


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