Verfasst von: huangdi | 3. Dezember 2008

The Forbidden Kingdom & The Chronicles of Narnia: Prince Caspian

Und weiter geht die Tour durchs Popcorn-Kino der letzten Monate. Diesmal keine Comic-Verfilmungen, dafür aber wieder zwei Fantasy-Stoffe, die im Kielwasser der epischen „Herr der Ringe“-Trilogie ins Kino gespült wurden.

„The Forbidden Kingdom“ vermengt Elemente des alten chinesischen Romanklassikers „Die Reise in den Westen“ rund um den Affenkönig mit einer Geschichte um einen per Unfall in eben diese Zeit und diese Welt verschlagenen modernen amerikanischen Teenagers. Dieser ist natürlich der Schlüssel zur Rettung der Menschheit und im Laufe der lahmen Geschichten gesellen sich einige Recken zu ihm, was wiederum in zunehmend ermüdenden, wenig spektakulären Massenprügeleien mit allerlei Bösewichten mündet. Den einzigen Aha-Effekt bieten die beiden Heldenbegleiter Jackie Chan und Jet Li, die scheinbar viel Spaß beim Dreh hatten, aber den Film wegen des öden Drehbuchs auch nicht retten können. Alles ist vorhersehbar, der jugendliche Held blass und die Dialoge teilweise haarsträubend seicht.

„The Chronicles of Narnia: Prince Caspian“ tritt das schwere Erbe des bleiernen Vorgängers „The Lion, the Witch and the Wardrobe“ an und schafft es zumindest, nicht allzu deutlich gegenüber dem Erstling zurückzubleiben. Der bot immerhin einige atmosphärische Bilder und eine charismatische Gegenspielerin der vier jugendlichen Helden. Die Eishexe Tilda Swinton hat aber leider nur einen Kurzauftritt hier, der aber getrost zu den Höhepunkten des Films gezählt werden kann. „Prince Caspian“ krankt eindeutig am Fehlen charismatischer Figuren: Die Bösen sind irgendwie nicht so richtig böse und austauschbar, Prinz Caspian ein weinerlicher, blass aufspielender Schönling und die altbekannte Vierer-Kinderschar aus Teil 1 zwar nett anzuschauen, aber auch nicht gerade mit Schauspieltalent gesegnet. Es fehlen die interessanten Drehs wie der Verrat des jüngeren Bruders aus Teil 1, um den Charakteren etwas Tiefe zu verleihen.

Überhaupt rumpelt die Geschichte vor sich hin. Ohne die Buchvorlage zu kennen, erscheint mir vieles unlogisch. Die Handlung kommt nie richtig in Schwung, viele Details der Geschichte werden nur hastig angeschnitten, während andere, viel uninteressantere Elemente über Gebühr strapaziert werden. Die Bildsprache des Films ist geprägt von Klischees, während des Ansehens schwirrten mir nahezu in jeder Szene die offensichtlichen Vorbilder im Kopf herum. Dafür, dass der Film rund 200 Millionen Dollar gekostet haben soll, ist er reichlich unspektakulär geraten. Zwar wirken die Tricks professioneller als im letzten Teil, aber es fehlt an jeder Ecke an Pfiff und Orginalität.

Damit haben die beiden Filme einige Gemeinsamkeiten: Auswechselbare jugendliche Helden ohne Charisma, Geschichten ohne frischen Wind, hausbackene Effekte und mehr oder weniger enttäuschende Einspielergebnisse. Zudem es die Laufzeit beider Abenteuer deutlich länger als es den Filmen gut tut. Natürlich haben es Fantasyfilme nach Peter Jacksons Meistertrilogie schwerer als je zuvor, aber statt das offensichtliche Vorbild schlecht zu kopieren, würden neue Ideen dem Genre sehr Wohl tun. Ich bin schon gespannt auf die nächsten Versuche, die demnächst zahlreich im Kino starten werden. Die beiden oben genannten sind jedoch schon mal gescheitert.

IMDB 1

IMDB 2

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