Verfasst von: huangdi | 27. November 2008

Ratatouille

Gerade eine Ratte zum Helden einer Geschichte zu machen, zeugt von Mut. Oder von Einfallsreichtum. Und von beidem hat Pixar nach den bisherigen Erfolgen eine ganze Menge. Ob Müllroboter, Kakerlaken, sprechende Autos, lebendige Spielzeugfiguren, hässliche Monster – Pixar setzt bei seinen bisherigen Filmen durchaus auf originelle Protagonisten. Mit Remy, der mit grandiosen Kochkünsten gesegneten Hausratte, ist Pixar ein ganz besonders hinreißend charmantes Exemplar von Titelheld gelungen.

Nach einem von Remy ausgelösten Unfall flieht eine ganze Rattenkolonie aus dem gewohnten Umfeld. Auf der Flucht verschlägt es Remy in ein Pariser Nobelrestaurant, in dem er einem mitleiderregend zum Kochen untalentierten Hilfsangestellten unter die Arme greift (oder, besser gesagt, in die Haare). Was folgt, ist eine warmherzige, originelle Geschichte mit lebendigen Charakteren, unglaublich viel Witz und vor allem löffelweise Charme.

Anders als bei „Wall E“, dem Nachfolgewerk, wirken Menschen in „Ratatouille“ nicht wie Fremdkörper, sondern bilden neben den Ratten einen festen Bestandteil der Geschichte. Das bietet Raum für herrliche Charaktere wie den glücklosen Küchenchef als Schurken oder den sinisteren Restaurantkritiker. Die menschliche Angst vor Ratten bietet zudem immer wieder Gelegenheit für perfekt getimte Verfolgungsjagden, die, wie schon bei „Kongfu Panda“, Slapstickstickeinlagen bieten, die nur per Computeranimation in dieser Form möglich sind.

Alles in allem ist „Ratatouille“ ein in allen Belangen sehr rundes Vergnügen, das, anders als „Wall E“, auch über die gesamte, für einen Animationsfilm recht lange Laufzeit fesseln kann. Technisch ist der Film für Pixar standesgemäß perfekt und sorgt somit für glaubwürdige Atmosphäre. Für Leute mit Ratten-Phobie könnten dadurch allerdings vor allem am Anfang und im Finale einige Szenen für gehöriges Unwohlsein sorgen.

IMDB

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Responses

  1. Ja wirklich ein wunderbarer Film. Sollte ich auch unbedingt mal wieder schauen. Wie eigentlich die anderen Pixar-Filme auch.

  2. Ich muss zugeben, dass ich abgesehen von Wall-E und Ratatouille noch keine weiteren Pixar-Filme komplett gesehen habe. Vor einigen Jahren hatten mich einige Minuten von Toy Story davor abgeschreckt weiterzuschauen. Der erste Animationsfilm, der mich wirklich begeisterte, war Shrek.

  3. Schade, dass dich „Toy Story“ abgeschreckt hat – ist ein toller Film! Grandios ist auch „Monsters Inc.“ oder „The Incredibles“ – letzterer dürfte auch erwachseneres Publikum eher ansprechen. Reinschauen lohnt!

  4. Upps, „The Incredibles“ hatte ich ganz vergessen. Den habe ich natuerlich gesehen und fand ihn sehr originell und witzig. Asche auf mein Haupt!

    Das mit „Toy Story“ ist schon lange her und ich kann mich nur noch dunkel erinnern, dass ich mich gelangweilt habe. Der Spielzeuggeschichte gebe ich aber sicher eine zweite Chance.


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