Verfasst von: huangdi | 13. November 2008

Kung Fu Panda

Computeranimierte Filme haben im Kino die klassischen Zeichentrickfilme nahezu komplett abgelöst und auch gleichzeitig den Ton dieser Filmsparte gehörig verändert. Aus den ehemals oft putzigen, braven Figuren sind nun häufig freche Sprücheklopfer geworden, Gags, die auf mehreren Ebenen funktionieren, locken neben den Kindern auch zunehmend Erwachsene in diese Filme. Die Filme sind meist eine Augenweide: knackige Farben, dreidimensional wirkende Figuren und Welten und rasante Effekte.

Der erste Teil von Shrek hat als erstes mein Herz für dieses Filmgenre gewonnen, ein Werk, das weder von seinen Nachfolgern noch von der Konkurrenz in Sachen Humor und Einfallsreichtum eingeholt wurde. Vom selben Studio Dreamworks stammt nun auch der kampflustige Panda, der es zumindest in Sachen Leibesfülle durchaus mit dem grünen Oger aufnehmen kann.

Die Rahmenhandlung ist schnell erzählt: Ein weiser Kongfu-Meister wählt scheinbar völlig zufällig einen dicken Panda als neuen Drachenkämpfer aus, der gegen einen übermächtigen Gegner bestehen muss. So schlicht die Geschichte klingt, so lebendig wird sie durch einfallsreiche Charaktere mit ihrer jeweiligen Hintergrundgeschichte erzählt. Vor allem stechen der Titelheld und sein Ausbilder in punkto Charaktertiefe heraus, während die Nebendarsteller gekonnt die Handlung voranbringen. Der Bösewicht gewinnt keinen Innovationspreis, ihn verbindet jedoch eine interessante Vorgeschichte mit dem Ausbilder.

Die Geschichte hat eine kindgerechte, jedoch nicht platte Moral und bietet zum Ende hin auch einen gelungenen Dreh, wenn das Geheimnis des Drachenkämpfers enthüllt wird. Was den Film jedoch so überaus unterhaltsam macht, sind die rasant inszenierten (Trainings-)Kämpfe – originell, turbulent und witzig. Nahezu jeder Bestandteil der Umwelt wird für waghalsige Kampfmanöver genutzt, es werden Effekte geboten, die wirklich nur Computeranimation möglich machen. Der Stil des Films erschafft eine stimmige Atmosphäre, indem er chinesische Elemente in die ansonsten konventionelle Figurengestaltung einflechtet. Die Naturaufnahmen sind wunderschön, man möchte die Welt, die sich da vor einem aufbaut, förmlich im nächsten Urlaub besuchen.

Man hört es schon, „Kung Fu Panda“ ist wirklich ein hinreißender Film. Weit weniger schwarzer Humor als Shreck, deutlich kindgerechter, aber nichtsdestotrotz auch für Erwachsene ein ganz großer Filmspaß. So muss dieses Genre aussehen: Computeranimation, die nicht nur technisch perfekt ausgenutzt wird, sondern auch die inhaltlichen und inszenatorischen Möglichkeiten gegenüber konventionellen Filmen gekonnt erweitert.

IMDB

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Responses

  1. Ich sah den Film im Flugzeug von FFM nach TPE und war auch hin und weg.

  2. Wenn einen ein Film im Flugzeug fesselt, dann ist das umso erwaehnenswerter. Bei schlechtem Ton, dumpfem Ton und teilweise Schnitten haben durchschnittliche Filme zumindest bei mir keine Chance im Flugzeug.


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