Verfasst von: huangdi | 28. Oktober 2008

The Mission

Nach einer ganzen Reihe von enttäuschenden Filmen in letzter Zeit (wobei das nicht in jedem Fall überraschend war) fand mit „The Mission“ endlich wieder ein Film auf meinen Bildschirm, der mit lebendigen Charakteren, wunderschönen Bilder und einer fesselnden Geschichte glänzen konnte.

Im Mittelpunkt der Handlung stehen zwei Jesuiten, Jeremy Irons und der ehemalige Sklavenhändler Robert DeNiro (dessen Look mich zu Beginn des Films fatal an Nationalmannschaftsflüchtling Kevin Kurany erinnerte), die im 18. Jahrhundert mitten im Dschungel gleichberechtigt mit den Eingeborenen den Aufbau einer Mission bewerkstelligen. Im Zuge politischer Entwicklungen soll des Gebiet im Besitz der Spanier an die Portugiesen abgegeben werden, womit die Ureinwohner Freiwild für die Sklavenhändler werden würden. Im Gegensatz zu allen anderen Missionen wollen sich die Jesuiten hier jedoch nicht kampflos ergeben.

Die exotische Kulisse, die prächtigen Naturaufnahmen und das unverbrauchte Szenario machen den Film sehenswert. Wirklich überragend wird er allerdings durch die tiefen Charaktere, die durchweg ambivalent und nicht ohne Schwächen sind. Der Film versprüht teilweise die pure Lust am Leben. Die in der Folge grausamen Geschehnisse werden dadurch umso bewegender. Glauben, Moral, Schuld, Unschuld, Korruption, Vergebung, Verzweiflung und Kompromisslosigkeit – all diese Themen schneidet der Film an, ohne seinen Rhythmus zu verlieren. Die fantastische Musik von Ennio Morricone unterstreicht das Geschehen perfekt.

Jeremy Irons spielt als Jesuit, der bis zuletzt an der Gewaltlosigkeit festhält, die Rolle seines Lebens, aber auch der Rest der Schauspielerriege bietet fantastische Leistungen. Unter anderem ist auch der junge Liam Neeson in einer Nebenrolle zu sehen. Einige der Kampfszenen gegen Ende des Films, die heute erfrischend unspektakulär wirken, zeigen, wie sehr sich die Sehgewohnheiten der Zuschauer nach Filmen wie „Gladiator“, „Der Soldat James Ryan“ oder „Braveheart“ in punkto Schlachtszenen schon geändert haben.

„The Mission“ ist ein unglaublich starkes Werk von Roland Joffé, dessen Kinodebüt „The Killing Fields“ mich schon stark beeindruckt hatte. Beide Filme zeigen Menschlichkeit in einer unbarmherzigen Umgebung und stellen für mich beispielhaft das dar, was intelligentes Kino ausmacht – Filme mit Herz und Verstand.

IMDB

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