Verfasst von: huangdi | 8. September 2008

The Dark Knight

Neugierig gemacht von den teilweise euphorischen Kritiken zum zweiten Teil der Superheldensaga habe ich vor wenigen Wochen den ersten Teil geschaut. Obwohl ich mit Batman vorher überhaupt nichts anfangen konnte, hat mich die Riege der hochkarätigen Schauspieler und der fantastische Regisseur Christopher Nolan (mich faszinierte vor allen Dingen „Insomnia“) dazu verleitet „Batman Begins“ anzuschauen. Und siehe da, ich wurde zwei Stunden sehr gut unterhalten. Die Geschichte war geschickt aufgebaut, die düstere Atmosphäre gab die Figuren nicht der Lächerlichkeit preis und die Schauspieler hielten, was ihre Namen auf der DVD-Verpackung versprachen.

Gestern nun folgte der Kinobesuch des zweiten Teils, der hier in Taiwan schon seit über einem Monat läuft. Der Film beginnt sehr hektisch mit schnellen Schnitten und geballter Action. Anders als im ersten Teil gibt es keinen Prolog, sondern der Zuschauer wird mitten ins Geschehen reingeworfen. Zentrale Figuren des Films sind diesmal weniger Batman und seine Helfer, als ein neuer rechtschaffener Staatsanwalt und sein Gegenspieler, der Joker.

Nicht gerade subtil, dafür durchaus beeindruckend steht der Joker für das Chaos, das Brechen jeder moralischen Regel und Konvention. Sein Terror wirkt ziellos und lässt dafür umso stärker die Ängste der Menschen aufleben. Unterstützt von hysterischem Sirenengeheul in der musikalischen Untermalung sind es deshalb die Szenen mit dem Joker, die eine bedrückende Intensität ausstrahlen und somit einem Bösewicht erschaffen, wie es ihn vorher selten gab.

Der Rest des Films wirkt routiniert, kann es aber mit der packenden Dichte der Joker-Szenen nicht aufnehmen. Christian Bale hat schauspielerisch nicht viel zu tun, allein Aaron Eckhart als Staatsanwalt Harvey Dent bildet im Verlaufe der Handlung mehr und mehr einen Gegenpol zum Übergewicht des Jokers.

Manche Kritiken bemängelten den moralischen Ballast, der die Geschichte des Films erdrücken würde. Ich fand die aufgeworfenen Fragen durchaus interessant und nicht aufgesetzt. Was ich eher als Schwachpunkte des Films werten würde, sind seine Länge und die Actionszenen, die jede für sich zwar grandios inszeniert waren, aber in ihrer Häufung nach einer Weile etwas übersättigend wirkten.

Trotzdem ist „The Dark Knight“ eine sehr gelungene Comicverfilmung, die vor allem durch einen charismatischen Gegenspieler Batmans, den Joker, in Erinnerung bleiben wird. Fraglich ist natürlich, inwiefern nach der kühlen Eleganz des ersten Teils und der hysterischen Bombastik des zweiten Teils noch ein neuer Ansatz für den Abschluss einer Trilogie gefunden werden kann.

 

http://www.imdb.com/title/tt0468569/

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Responses

  1. Hallo,

    Danke für dein Feedback zu meinem Review im Filmabend Blog, wir haben ja beide dieselbe Meinung zum Film 🙂

    Habe mir mal erlaubt deinen Blog in die Blogroll aufzunehmen.

    Gruß nach Taipei,
    Thorsten

  2. Ist mir ein Vergnuegen. Auch Deinen Blog in meine List aufzunehmen. Bin schon gespannt auf die naechsten Kritiken von Dir.


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