Verfasst von: huangdi | 3. September 2008

Essen, Essen, Essen

Ein zentraler Bestandteil des Alltags ist weltweit das Essen. In Taiwan ist es ein SEHR zentraler. Essen ist wichtig, vielfältig und gleichzeitig meist äußerst preiswert. Auch Ausländer können und wollen sich diesem Thema nicht entziehen und so finden sich einige Blogbeiträge zu diesem Thema (sehr ausführlich unter anderem hier).

Das wirklich Erstaunliche an dieser Sache ist allerdings, dass sich auch in der U-Bahn, auf der Straße, bei Geschäftstreffen oder auch bei Privatbesuchen die Gespräche sehr häufig ausschließlich um das Thema Essen drehen. Da werden Restaurant-Tipps gegeben, Rezepte ausgetauscht, es wird auf neue Lebensmittel im Handel hingewiesen, ja selbst bei Verhandlungen mit Geschäftstreffen ist Essen das bei weitem beliebteste Einstiegsthema, für das sich ausführlich Zeit genommen wird. Tageszeitungen, Zeitschriften und TV-Nachrichten überbieten sich gegenseitig von Berichten über neu eröffnete Restaurants und ausgefallene Speisen auf der ganzen Insel.

Viele preiswerte Wohnungen in Taipei haben keine Küche, da sich das kulinarische Leben weitestgehend auf den Straßen und in den unzähligen Restaurants abspielt. Zu den üblichen Essenszeiten 12 Uhr mittags und 6 Uhr abends sind die Restaurants fast alle voll. Kein Wunder, dass chinesische Speisen meist so schnell zuzubereiten sind, ein zehnminütiges Warten auf das Essen wie in Deutschland wäre bei dem Andrang hier undenkbar. Der Markt an Restaurants ist auch ein sehr dynamischer in Taipei. Restaurants wechseln sehr häufig den Besitzer, die Speisekarte oder die Adresse. Das Restaurant, dass vor einer Woche noch zu den angesagtesten und vollsten der Stadt gehörte, kann die Woche darauf schon gähnend leer sein.

Ausländische Gäste sind natürlich ein höchst willkommenes Ziel für einheimische Attacken kulinarischer Art. Gerne werden besonders ausgefallene Spezialitäten von taiwanesischen Freunden ausgesucht und zum Testen angeboten. Wem es schmeckt oder wer zumindest eine Gleichgültigkeit vortäuschen kann, hat meist schon gewonnen. Wer dann noch eigene Tipps zur lokalen Essens- und Restaurantszene geben kann, verblüfft die Gastgeber in noch viel größerem Maße.

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Responses

  1. und ich hab immer noch NIX gesehen was Leonard für EKLIGES Zeug gegessn hat……und diese Staßenküchen müssen für uns Europäer echt komisch aussehen.

    LG Bonafilia

  2. Ich habe so einen Straßenküchen-Nachtmarkt mal in Peking gesehen und getestet. Alles, was ich gegessen habe, war sehr, sehr lecker und auch hygienisch zubereitet und verkauft. Aber, ich muss zugeben, dass ich meinen Mann inständig „gebeten“ habe, keine Skorpione und andere Käfer zu essen („Dann küss ich dich niiiieeeniiieee wieder!!!“)

  3. Man darf sich die Strassenkuechen auch nicht zu wild vorstellen. Ein Grossteil der verkauften Snacks sind auch weitgehend unspektakulaer.

    Selbst der Klassiker aller „Traust du dich das zu essen“-Fragen, der Stinke-Tofu (臭豆腐), ist zwar nicht vom Geruch her, aber geschmacklich durchaus akzeptabel.

    Manchmal ernte ich nur unglaeubige Blicke, wenn ich erwaehne, dass ich nicht gerne Meeresfruechte esse. Fuer Freunde dieser Speisesparte duerfte Taiwan ein Paradies sein. Ich musste allerdings bei einem Ausflug nach Danshui, einem Vorort Taipeis direkt am Meer, erstmal sehr lange suchen, bis ich ein Restaurant ohne Meeresfruechte fand.

  4. Stimme Dir voll zu. Auf den ersten, flüchtigen Blick wirkt einiges dubios, ist aber vollkommen harmlos und lecker. Und wer vorgewarnt ist, kann auch Entenblut-Klumpen in der Suppe u.ä. genießen 🙂

    Chou Doufu stinkt eigentlich nur im Vorbeigehen, vor der Zubereitung. Wenn es dann frittiert auf dem Teller liegt, stört es überhaupt nicht mehr.

    Wer keine Meeresfrüchte mag (ich auch nicht…), hat es nicht leicht, das stimmt. Austern-Omelette lasse ich mir allerdings noch gefallen.

    慢慢吃!


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