Verfasst von: huangdi | 2. September 2008

Ratchet and Clank: Quest for Booty

Jump’n Runs haben mich in der Vergangenheit häufig frustriert. Während ich in den ersten Levels von diversen Mario-und-Konsorten-Spielchen immer riesigen Spaß hatte, war spätestens nach dem ersten Drittel des Spiels Schluss für mich. Gut getimte Sprungeinlagen, häufig unter immensem Zeitdruck – das ist einfach nichts für mich. Dazu kommt noch ein häufig drakonisches Strafsystem, dass einen nach dem Ableben der Spielfigur an den Anfang des Levels oder gar den Startbildschirm des Spiels zurücksetzt.

Nach dem Kauf einer PS3 im letzten Jahr war die Demo von „Ratchet and Clank: Tools of Destruction“ eines meiner ersten Spielerlebnisse auf dieser Konsole. Die fantastische Grafik und die hervorragende Spielbarkeit der Demo verführten mich zum Kauf der Vollversion und ich wurde für diesen Wagemut nicht bestraft. Zum ersten Mal im Leben erlebte ich den Abspann eines Jump’n Runs, und das ohne große Frustmomente oder Durststrecken.

Man muss dabei natürlich erwähnen, dass „Ratchet and Clank“ kein klassisches Jump’n Run ist, sondern die Ballereinlagen ein mindestens ebenso wichtiges Spielelement sind wie die Hüpfereien. Gewürzt wird das ganze mit einem guten Schuss absurden Humors, der sich z.B. im Hauptspiel mit solchen Extrawaffen wie der Diskokugel zeigt: Einmal in Richtung Gegner geworfen, können diese sich nicht dem Rhythmus des Beats entziehen und tanzen eine Weile wehrlos. Als herzloser Spieler nutzt man diese Zwangslage der Gegner natürlich schonungslos aus.

„Ratchet and Clank: Quest for Booty“ ist nun ein Add-On des Hauptspiels, aber auch ohne dieses spielbar. Erworben habe ich es online im Playstation Network Shop, was die Kreditkarte mit 15 US-Dollar belastet. Der Gegenwert ist eine gelungene Fortsetzung von „Tools of Destruction“, wobei die Schwerpunkte im Spielablauf etwas verschoben wurden. Die Ballereinlagen sind jetzt seltener, dafür nehmen angenehm einfache, aber interessante Schiebe-, Druckknopf- und ähnliche Rätsel mehr Platz ein. Die Aufrüstung der Waffen ist weniger komplex als im Hauptspiel, dafür ist die Gegnervielfalt für eine Erweiterung wirklich beachtlich.

Geblieben sind die bunte, wie aus einem Guss wirkende Grafik und die gelungenen Animationen der Spielfiguren. Die Geschichte an sich ist nett erzählt, auch wenn das Hauptprogramm deutlich lebendigere und witzigere Nebenfiguren zu bieten hatte. Die Steuerung funktioniert genauso problemlos wie eh und je und der Schwierigkeitsgrad entspricht genau meinen oben angesprochenen Jump’n Run-Fertigkeiten. Zudem wird man bei einem Ableben stets nicht sehr weit zurückgesetzt, so dass keine große Frustration aufkommt.

Einen großen Schwachpunkt hat „Quest for Booty“ allerdings: Es ist sehr kurz. Selbst mit sehr viel Entdeckerdrang und einigen Fehlversuchen in bestimmten Spielabschnitten war das Spiel für mich nach vier Stunden zu Ende. Ich wurde zwar blendend unterhalten, aber gerade als die Handlung so richtig in Schwung kam, flimmerte der Abspann auch schon über den Fernseher. Zwar soll es Herbst 2009 weitergehen, trotzdem bleibt ein unbefriedigendes Gefühl zurück.

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Responses

  1. ja ich fand quest for booty auch viel viel zu kurz aber dass ende ist sehr anreizend für spieler die denn dritten teil gespielt haben das nächste ratchet and clank spiel zu kaufen

  2. Ja, die Kuerze ist so eine Sache. Frueher haette es mich wohl deutlich staerker gestoert, mittlerweile ist es mir aber wichtiger durchgehend und ohne Haenger und kuenstliche Streckung an einem Spiel Spass zu haben. Nicht beendete Spiele sind ja auch irgendwie frustrierend.


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