Verfasst von: huangdi | 21. August 2008

I Know My First Name Is Steven

Einige von Euch kennen das vielleicht auch. Man hat vor langer Zeit einen Film gesehen und war begeistert von ihm. Langsam schleicht sich das Werk dann in die hinteren Bahnen des Langzeitgedächtnisses, um irgendwann wieder unvermittelt hervorzukriechen. Den Film müsste ich unbedingt mal wieder sehen. Man sucht, man setzt alle Hebel in Bewegung und irgendwann bekommt man ihn dann endlich zu packen und zu sehen. Und ist enttäuscht…

Mir ist das gestern widerfahren. Mit einem TV-Zweiteiler von 1989. „I Know My First Name Is Steven“ basiert auf einem wahren Fall. Ein siebenjähriger Junge wird von einem Mann entführt und missbraucht. Unter Vortäuschung falscher Tatsachen und mittels Drohungen schafft der Täter es, den Jungen für sieben Jahre bei sich zu behalten. Als ihm sein „Sohn“ zu alt wird, sucht er sich ein neues junges Opfer.

Die Geschichte hat nach wie vor nichts von seiner Brisanz verloren. Interessanterweise widmet sich der Film zu zwei gleichen Teilen nicht nur der langjährigen Entführung, sondern auch den Versuchen einer erneuten Integration des mittlerweile 14-Jährigen in seine wahre Familie. Trotz dieses seltenen Ansatzes ist die zweite Hälfte des Films die schwächere.

Der gesamte Film leidet an Mängeln in der Inszenierung, in den Dialogen und auch in den schauspielerischen Leistungen. Viele interessante Handlungsstränge werden entweder überstrapaziert oder fallen gelassen. Trotz der Brisanz der zugrunde liegenden Begebenheit schafft der Film keinen Spannungsaufbau, viele der Darsteller agieren hölzern oder übertrieben.

Eine grundsätzliche Schwäche des Films ist auch seine Laufzeit von über drei Stunden, in denen zu oft Leerlauf herrscht, der Inhalt wirkt einfach gedehnt. Stärken des Films sind die Darstellung des gesichtslos wirkenden Täters und einige intensive Szenen, die zeigen, wie wenig gefehlt hätte, um das Drama zu verhindern.

Der Film, der mich also vor mehr als einem Dutzend Jahre zu beeindrucken wusste, hatte mich beim zweiten Ansehen fast schon angestrengt. Ob es an den veränderten Sehgewohnheiten des neuen Jahrtausends oder einfach am eigenen Alter liegt, lässt sich schwer sagen. Zumindest hätte die Geschichte unter einem besseren Regisseur, einem neuen Drehbuch und im Kino eine zweite Chance verdient.

http://www.imdb.com/title/tt0097553/

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