Verfasst von: huangdi | 18. August 2008

Things We Lost in the Fire

In Filmen wie „Death Sentence“ mit Kevin Bacon und „The Brave One“ mit Jodie Foster haben die Hauptdarsteller den Tod eines Angehörigen auf recht brachiale Weise verarbeitet. Die Motive der Charaktere wurden im ersten Fall weniger, im zweiten Fall deutlicher hinterfragt, aber letztendlich fanden in beiden Filmen die Helden inneren Frieden, indem sie Rachegefühlen freien Lauf ließen.

Auch in „Things We Lost in the Fire“ verliert Halle Berry ihren Ehegatten und Vater ihrer beiden Kinder durch eine sinnlose Gewalttat. Die Verarbeitung dieses Verlusts mündet allerdings nicht in einem Rachethriller, sondern in einem stellenweise sehr intensiven Drama. Der zentrale Charakter ist ein Außenstehender der Familie, der beste Freund des Ermordeten, gespielt von Benicio Del Toro. Der Verlust seines letzten verbliebenen Freundes ist nicht sein einziges Problem. Seine Heroinabhängigkeit lässt ihn ständig am Abgrund balancieren. Umso überraschender ist für ihn das Angebot der Witwe, bei der Familie einzuziehen.

Der Zuschauer ist Zeuge gleich mehrer schmerzhafter Prozesse. Die Bewältigung des Todes eines Ehemanns, eines Vaters, eines besten Freundes und der Kampf eines Mannes gegen seine Drogensucht. Dies kann bisweilen den Zuschauer strapazieren. Der Film wirkt länger als seine Laufzeit und dreht sich bisweilen im Kreis. Sehr sehenswert ist Benicio Del Toro, ein Charakterkopf, dem man die Rolle zweifellos abnimmt. Auch Halle Barry spielt die nicht durchweg sympathische Witwe mit vollem Einsatz, haucht ihrer Rolle aber nicht ganz so viel Leben ein.

Man möchte den Film mögen. Das Thema ist interessant, man entwickelt Sympathie für die Charaktere. Dennoch fügen sich die vielen gelungenen Szenen nicht zu einem vollends überzeigendem Ganzen. Vielleicht liegt es an der Thematik, die wie Blei auf dem Film lastet und dem Zuschauer nur wenige sonnigere Momente gönnt. Vielleicht ist der Film auch zu wenig einfallsreich, vielleicht sogar zu bodenständig, um zu fesseln. Ich fand ihn interessant – ein Attribut, das man häufig vergibt, wenn etwas zwischen gut und schlecht am Rand der Belanglosigkeit pendelt.

http://www.imdb.com/title/tt0469623/

Advertisements

Responses

  1. Death Sentence war wirklich hammer! An solchen Filmen sieht man dass Rache zwar häufig Genugtuung bedeutet, aber auch immer die persönliche Zerstörung…die anderen Filme im Beitrag kenne ich noch nicht 🙄

  2. „Death Sentence“ war in der Tat radikal. Die Inszenierung einiger Actionsequenzen war grossartig, auch wenn die Geschichte in mehrfacher Hinsicht etwas grobschlaechtig war. Kevin Bacon war aber ganz grosse Klasse.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: